

Medicplaza in Waiblingen: Jetzt sind auch ambulante Augen-Operationen möglich
Augenerkrankungen sind auf dem Vormarsch. Immer häufig ist sogar ein operativer Eingriff notwendig. Diesen steigenden Bedarf berücksichtigt das Medicplaza in Waiblingen: Im November 2025 wurde dort ein ambulanter Augen-OP in Betrieb genommen. Welche Operationen werden dort vorgenommen? Und wie lange wartet man auf einen Termin? Um Fragen wie diese zu beantworten, trafen wir den Leiter des OPs PD Dr. med. Josef Weindler im Medicplaza, einer seiner Wirkungsstätten im Rems-Murr-Kreis und darüber hinaus.
Grauer Star wird am häufigsten in dem Waiblinger OP behandelt
„In Deutschland leiden fast zehn Millionen Menschen an einer potenziell zu Sehverlust führenden Augenerkrankung (…) und Prognosen zeigen, dass diese Zahlen mit der Bevölkerungsalterung weiter ansteigen werden“, informiert das Deutsche Ärzteblatt. Dr. Josef Weindler bestätigt das. „Die Augenheilkunde ist ein Fach des Alters“, sagt er. Der Esslinger führt den Anstieg vor allem, auf die geburtenstarken Jahrgänge zurück. Mit den sogenannten Babyboomern diagnostizieren Augenärzte vermehrt beispielsweise Netzhautablösungen, Grünen oder Grauen Star. Letzteres wird seit ein paar Wochen von Josef Weindler und seinen Kollegen und Kolleginnen hauptsächlich in Waiblingen operiert.
Der Terminkalender war bereits vor der Eröffnung gefüllt. Josef Weindler betreibt seit 20 Jahren eine Augen-Praxisklinik in Esslingen sowie OPs in Backnang, Göppingen und Schwäbisch Gmünd. Einmal in der Woche ist der 69-Jährige in Waiblingen tätig. Von 8 bis 13 Uhr werden zwischen 15 und 20 Eingriffe am Auge vorgenommen. Neben dem Grauen Star werden unter anderem kleinere plastische Operationen wie Lidstraffungen oder Intraokulare Injektionen, die bei Netzhauterkrankungen eingesetzt wird, durchgeführt. Die Patienten kommen durch Überweisungen vom Augenarzt oder durch Anfrage in Weindlers Esslinger Klinik zu einem Termin. Die Wartezeiten liegen bei drei bis vier Monaten.
Ambulante Augen-OP ohne Spitze und Narkose
Im neuen Jahr will Josef Weindler zwei Mal in der Woche in Waiblingen vor Ort sein. Unterstützt wird er von vier bis sechs Mitarbeitern. Mit dabei sind immer wieder auch sein Sohn (34) und seine Tochter (32), die in die Fußstapfen des Vaters getreten sind und irgendwann die Esslinger Gemeinschaftspraxis übernehmen werden.
An anderthalb Tagen unter der Woche werden die zwei Operationssäle von Dr. Annette von Schnakenburg und Dr. Mirka Höltzermann, die die benachbarte Augenarztpraxis im Medicplaza führen, genutzt. Weitere „Untermieter“ werden noch gesucht, wie der Facharzt verrät. Er selbst wurde durch den Architekten des Medicplazas auf die großzügige Räumlichkeit in dem inzwischen voll besetzten Ärztehaus im Waiblinger Eisental aufmerksam gemacht.
Die ambulanten Eingriffe am Auge dauern meist etwa zehn Minuten. Von einer mit Spinden ausgestatten Umkleide können die Patienten direkt in den OP-Vorbereich gelangen, wo Stühle auf Rollen bereitstehen, die sich für die Operation automatisch zur Liege umfunktionieren lassen. „Operiert wird ohne Spritze und Narkose“, erläutert Josef Weindler, der auf 30 Jahre Erfahrung in der Augenheilkunde zurückblickt. Für die präzise Arbeit am Auge nutzt der Mediziner ein spezielles Mikroskop sowie mikrochirurgische Instrumente. Voraussetzung dafür seien ruhige Hände und Konzentration.
© Fotos: Sofiia Shahaievska
